Mittwoch, 29. Januar 2014

Testrezept: Wurzelgemüse mit Soßen-Dreierlei

Ich liebe Wurzelgemüse. Und was passt besser zum grimmigen Winter, als sich den Bauch mit warmen Knollen zu füllen? Viele Fans haben Rote Bete, Sellerie und Rübe meiner Erfahrung nach nicht, aber probiert haben sollte man die leckeren Wurzel auf jeden Fall einmal. Nicht nur können sie sehr aromatisch und bekömmlich zubereitet werden, sondern sind auch noch randvoll mit Nährstoffen wie den B-Vitaminen, Folsäure, Kalium, Kalzium, Natrium, Eisen und Vitamin C. Und wirklich viel Arbeit macht das Schälen und Schnippeln auch nicht. Daher hier für euch folgendes Rezept aus Vegan kochen

WURZELGEMÜSE MIT SOßEN-DREIERLEI

Zeit: 20 Minuten Zubereitung & 25 Minuten Backzeit (eher 40 Minuten Backzeit einplanen)

Zutaten für 6 Portionen (beachtet, dass es eine Vorspeise ist... zu den Portionsgrößen sage ich weiter unten noch mal was):

Gemüse:
2 Pastinaken
2 Kartoffeln
2 Rote Bete
1 Süßkartoffel (kann man auch variieren, ich hatte z. B. 3 Pastinaken und nur 1 Rote Bete, weil mein Supermarkt es halt so wollte)
1 Knoblauchknolle (ja, Knolle, ihr lest richtig, ein ganze Knolle)
3 EL Öl (z. B. Rapsöl)
Salz, Pfeffer

Grundsoße, die eigentlich eine vegane Mayonnaise ist:
Das Buch erwähnt nicht, welche Sojamilch verwendet werden sollte. Aus anderer Quelle, der ich gar nicht genug danken kann, weiß ich, dass man möglichst reine Sojamilch nehmen sollte, denn es klappt wohl nicht mit jeder. Ich habe die ganz normale, blaue Alpro-Sojamilch ohne light, ohne Zucker, ohne Calcium und ohne Zusatzgeschmack genommen. 

375 ml Sojamilch (250 ml reicht aus, da es sonst zu viel Dipp wird)
750 ml Öl (z. B. Rapsöl... das ist auch viel zu viel, die Hälfte reicht locker, denkt an die Kalorien)
Saft von 1 Zitrone

Knoblauchmayonnaise:
1/3 Grundsoße
2 Knoblauchzehen (oh ja, Knoblauchorgie voraus!)
Salz

Paprikamayonnaise:
1/3 Grundsoße (man kann die Knoblauchmayo auch mit 2/3 der Grundsoße machen und dann die Hälfte davon für die Paprikamayo abzweigen)
1 Knoblauchzehe (nach Bedarf)
1 EL geräuchertes Paprikapulver (gerne auch mehr)
Salz

Kaperndressing:
1/3 Grundsoße
1 Knoblauchzehe
1/2 EL Senf (gerne mehr)
4 Kapern, fein gehackt (viel zu wenig, ich habe das Doppelte genommen und es war auch noch zu wenig, also lasst eurem Drang nach Kapern ruhig freien Lauf; Kapern sind klasse!)
Salz

Zubereitung:

Für das Gemüse:
  1. Das Wurzelgemüse putzen, schälen und in mundgerechte Stücke würfeln. Wer sich mit Pastinaken nicht auskennt: wie Möhren behandeln und mit dem Messer putzen. Süßkartoffeln und Rote Bete einfach wie Kartoffeln behandeln: die Schale dünn abschälen. Vorsicht bei der Roten Bete, die färbt wie Hulle. Also nicht auf dem am schlechtesten zu reinigenden Brett schneiden und auch nicht die beste weiße Bluse dabei anhaben.
  2. Alles in eine Auflaufform geben. Backofen auf 180 °C (Umluft) vorheizen. 
  3. Den Knoblauch in zwei Hälften oder vier Viertel schneiden und dazugeben. Nicht kleiner, denn er soll ja nicht zermatschen beim Kochen und sichtbar bleiben. Unwissentlich auf eine halbe Knoblauchzehe zu beißen, ist nicht der Bringer.
  4. Das Öl und die Gewürze über das Gemüse geben und alles mit einem Löffel gut vermischen, sodass das gesamte Gemüse was davon abbekommt.
  5. Die Auflaufform mit Alufolie abdecken und das ganze am besten nicht auf das Ofengitter, sondern ein Blech stellen, denn es kann sich Feuchtigkeit unter das Folie sammeln, die sonst auf den Ofenboden tropfen kann. So tropft sie auf's Blech und euer Ofen saut nicht ein. 
  6. Laut Buch 25 Minuten backen lassen. Das ist definitiv zu kurz. Bei mir war das Gemüse da noch sehr hart (siehe Fotos weiter unten). Vielleicht waren meine Würfel auch zu groß. In dem Fall ruhig noch 15 Minuten dranhängen, bis das Gemüse bissfest ist.

Für das Soßen-Dreierlei (a. k. a.: Das Mayo-Drama):
  1. In der Zwischenzeit die Soßen zubereiten. Die Grundsoße ist eine vegane Mayonnaise. Meine erste vegane Mayonnaise. Das Rezept im Buch meint nur, dass man 125 ml Sojamilch und 250 ml Öl mit etwas Salz vermixen solle und fertig (das Buch sagt auch nicht, ob nun mit Standmixer, Handmixer oder Pürierstab... unglaublich schlampige Anweisung... für Interessierte: die richtige Lösung ist der Pürierstab). Das hat bei mir nicht funktioniert. Absolut flüssig. 
  2. Um es zu retten, habe ich den Saft einer halben Zitrone zugegeben und noch einmal mit dem Pürierstab gemixt. Es wurde einigermaßen cremig. 
  3. Diese Grundlage habe ich für das Kaperndressing genommen, weil das ja als Dressing etwas flüssiger sein sollte als eine Mayo. Für das Kaperndressing alle genannten Zutaten in die Grundsoße einrühren und abschmecken.
  4. Für die Mayo also ein neuer Versuch. 125 ml Sojamilch, dazu den Saft einer Zitrone geben, dann 150 ml Öl. Nicht verrühren, nur zueinandergießen! Pürierstab an. Bombenfest. Das hätte ich mit diesem Rezept hier niemals hinbekommen. Der ganze Dank gebührt dieser Seite, die mir riet, erst die Zitrone zur Sojamilch zu geben. Dort findet ihr auch eine Liste mit Sojamilch, mit der es klappt.
  5. Die Mayo teilen und aus einer Hälfte die Knoblauchmayo und aus der anderen die Paprikamayo durch Einrühren der oben erwähnten Zutaten erstellen. Abschmecken.
  6. Das Gemüse aus dem Ofen nehmen, auf einer Platte anrichten und die Soßen in kleine Dipp-Schalen (oder Tassen oder saubere Teelichthalter oder oder oder) füllen. Die Soßen mit dem Gemüse dippen. 

Wie zufrieden bin ich mit der Umsetzbarkeit des Rezepts? Der Gemüseteil ist einfaches Ofengemüse. Leckere Zusammenstellung, einfache Zubereitung. Aber in der Arbeitsanweisung zur Mayo einfach gar keine Hinweise oder Hilfestellungen anzubieten, das ist ein starkes Stück. Muss ich nun alles zusammenschütten oder langsam beitropfen? Welcher Mixer? Wie lange? Welche Stufe? Hallo? Das geht so einfach nicht. Schön, wenn jemand diese Mayo mit diesen Anweisungen hinbekommen hat, aber ich finde so etwas frustrierend und ärgerlich. Userfriendly sieht anders aus. Ihr merkt, dass ich sauer bin. Und ja, ich bin sehr sauer, weil ich es unverschämt finde, dass ein Kochbuchautor seine Leser so allein lässt. Die Portionsgröße ist auch so ein Thema. Wie ihr seht habe ich für alle Dipps zusammen 250 ml Sojamilch und 400 ml Öl benutzt. Knapp die Hälfte der Menge im Buch. Das reicht auch absolut aus. Die Dipps sind locker genug für 6 Personen. Für die angedachte Menge an Dipp wäre das Gemüse definitiv zu wenig. Als Hauptspeise würden drei Personen von diesem Gericht satt werden. Als Vorspeise reicht's auch für sechs Personen. Aber die Dipp-Menge reicht in beiden Fällen mit der Hälfte der im Buch angegeben Zutaten dicke aus.
Wie sieht's aus? Ofengemüse und Dips eben. Sieht köstlich aus und nehmt euch die Zeit und riecht einmal ausgiebig an allem. Sehr aromatisch.

Hier seht ihr die Dipps (von links nach rechts: Kaperndressing, Paprikamayo und Knoblauchmayo) und ein Drittel des Ofengemüses.

So sieht das Gemüse nach 25 Minuten Garzeit (wie im Rezept angegeben) aus. Nach dem Fotoshooting wanderte es zurück in die Form und noch mal 15 Minuten in den Ofen.

Knoblauchmayonnaise.

Paprikamayonnaise. Sieht im Original noch etwas roter aus, aber das Licht war wie immer mies.

Das Kaperndressing aus der Drama-Mayo. Sieht hier flüssiger aus als es ist. Von der Konsistenz her wie ein Dressing eben. Der Unterschied zur gelungenen Mayo ist allerdings nicht von der Hand zu weisen.

 Schmeckt's? Bitte nicht essen, wenn ihr danach noch mal weg müsst. Knoblauchfahne par excellence. Das ist total toll und lecker, aber ob eure Kollegen, Mitschüler oder Zahnärzte das auch so sehen? Trotzdem wahnsinnig köstlich mit den süßlichen Aromen des Wurzelgemüses und der säuerlichen Frische der Dipps. Mir hat das Kaperndressing am besten geschmeckt. Die Paprikamayo war hingegen nicht ganz mein Fall, aber trotzdem ziemlich lecker. Beim Gemüse war die Rote Bete das leckerste. Jedes Gemüse hat auch gut zu jedem Dipp gepasst.
Würdest du es wieder machen? Ja, aber nicht mit diesem Rezept. Ofen-Gemüse bekommt man, wenn man es einmal gemacht hat, auch ohne Rezept hin. Die Dipps sind sehr lecker, aber dem Rezept habe ich ihr Gelingen ja nicht zu verdanken. Aber das Kaperndressing werde ich auf jeden Fall wieder machen. Und auch so gibt's die Mayo auch mal wieder, aber eben ohne dieses Rezept. Da werde ich eher wieder die Laubfresser-Seite bemühen. Die Dipps passen übrigens auch gut zu Crackern, Pommes oder Kartoffelspalten und kommen sicher auch auf Parties gut an.

Sonntag, 26. Januar 2014

Testrezept: Schokoladenkuchen

Ein neuer Sonntag, ein neuer Sonntagskuchen. Wieder aus Festliche Kuchen und Torten.

SCHOKOLADENKUCHEN

Zeit: 20 Min. Zubereitung & 60 Minuten Backzeit

Zutaten für eine Kastenform (reicht auch für eine Springform):

185 g pflanzliche Margarine (Sana oder Alsan)
170 g Rohrohrzucker (ich habe 120 genommen und das war genau richtig)
2 Ei-Ersatz (ich habe statt 2 Eiern 1 EL Vollsoja und 2 EL Kirschsaft genommen)
220 g Mehl (Dinkelmehl)
1 TL Backpulver
1 TL Natron
65 g Backkakao
125 ml Pflanzenmilch (ich habe Vanille-Sojamilch genommen, aber es geht auch andere)

Da ich ein Glas Schattenmorellen übrig hatte und Herr mizu gerne was mit Kirschen essen wollte, sind die abgetropften Schattenmorellen mit in den Kuchenteig gewandert :) Saft schön auffangen, denn man kann ihn für eine 1A Glasur verwenden.

Glasur:

30 g geschmolzene Pflanzenmargarine
2 EL heißes Wasser
2 EL Backkakao
185 g Puderzucker

Das ist das Glasurrezept aus dem Buch, aber ich habe wie immer meine eigene Glasur gemacht: 150 g Puderzucker mit 2 EL Backkakao und 5 EL Kirschsaft verrührt. Sehr lecker und man hat sich das zusätzliche Fett gespart. Der Kuchen ist nämlich auch so recht mächtig.

Zubereitung:
  1. Margarine und Zucker in einer Schüssel cremig schlagen. 
  2. Mehl, Ei-Ersatz, Backpulver, Natron und Kakao dazugeben und verrühren. Das wird etwas klebrig, daher die Pflanzenmilch dazugeben und verrühren, bis der Teig cremig ist (an dieser Stelle habe ich die abgetropften Kirschen dazugegeben). Bei Bedarf noch mehr Pflanzenmilch dazu, wenn euch der Teig zu zäh ist. 
  3. Den Backofen auf 170 °C (Umluft) vorheizen. Eine Kuchenform einfetten und bemehlen oder mit Backpapier auskleiden. Den Teig einfüllen und ab damit in den Ofen. 1 Stunde backen lassen. 
  4.  Stäbchenprobe nicht vergessen. Dann 10 Minuten ruhen lassen und dann aus der Form holen.
  5.  Den abgekühlten Kuchen mit Glasur überziehen. Für die Glasur aus dem Buch muss man einfach auch nur alle 4 Zutaten miteinander verrühren, bis man mit der Konsistenz der Glasur zufrieden ist (nicht zu flüssig). 
  6. Man kann den fertig glasierten Kuchen auch noch mit Puderzucker bestreuen. Schlagsahne ist auch zu empfehlen ;)

Wie zufrieden bin ich mit der Umsetzbarkeit des Rezepts? Eins mit Sternchen ;) Alles lief super. Das Ergebnis ist ein lecker-lockerer Kuchen, der sogar mein Zugeben der Kirschen ohne Wenn und Aber verziehen hat. 
Wie sieht's aus? Durch das Verwenden von Backkakao wurde der Kuchen fast schwarz, was ich bei Schokokuchen sehr attraktiv finde. Die Glasur ist in meinem Falle durch den dunkeln Kirschsaft plus Kakao ebenso dunkel, was unglaublich gut passt. Dieser Kuchen sieht schon nach Sünde aus.
 
Als Schlagsahne kann man z. B. die fertige Sprühsahne von LeHa Schagfix verwenden. Die ist nicht nur was für Faule, sondern auch für Veganer ;)

Schmeckt's? Er ist locker, wahnsinnig schokoladig, nicht zu süß, fruchtig, locker und als wir ihn verspeisten, war er erst eine halbe Stunde aus dem Ofen raus und die Glasur gerade fest geworden. Er war also noch warm und das Innere noch ein wenig feucht. Er. War. Perfekt. Eine Offenbarung. Herr mizu und ich sind jetzt noch ganz verliebt. Also, Schokojunkies, macht euch diesen Kuchen!
Würde ich ihn wieder machen? Ja. Ohne Ausnahme. Auch wieder mit Kirschen.

Freitag, 24. Januar 2014

Testrezept: Brokkoli-Mandel-Creme

Bei uns hat der Schneefall jetzt auch endlich Einzug gehalten. Und was passt denn besser zur kalten Jahreszeit als ein warmes Süppchen. Aus dem Vegan kochen gibt es darum die Brokkoli-Mandel-Creme, die eigentlich eine Suppe ist. Brokkoli und Mandeln sind super gesund und versorgen den Körper ordentlich mit jeder Menge Proteinen, ungesättigten Fettsäuren, Eisen und Kalzium. Mit einem Glas Orangensaft ist diese Suppe also perfekt, um die Nährstoffspeicher eures Körpers aufzufüllen.

BROKKOLI-MANDEL-CREME

Zubereitungszeit: 25 Minuten

Zutaten für 6 Personen:

1 Zwiebel
2 Knoblauchzehen
3 - 4 EL Öl (z. B. Olivenöl)
50 ml veganer Weißwein (oder Gemüsebrühe)
2 Brokkoli
100 g Mandeln, in einer Pfanne ohne Fett geröstet
1 Scheibe Bauernbrot (z. B. Roggenbrot)
Salz, Pfeffer

Zubereitung:
  1. Zwiebel und Knoblauch schälen und fein würfeln. In einem Suppentopf mit 2 EL Öl glasig dünsten. Mit dem Wein ablöschen und ca. 1 Minute köcheln lassen. 
  2. In der Zwischenzeit den Brokkoli waschen, putzen und in Röschen zerteilen und ab in den Topf damit. Wasser zugeben, bis alles bedeckt ist, aufkochen und 5 Minuten kochen lassen.
  3. 90 g Mandeln und die Brotscheibe (am besten gewürfelt) hinzugeben. Salzen und pfeffern nicht vergessen und das ganze mit einem leistungsstarken Pürierstab cremig musen. Achtung, Spritzgefahr. Ihr könnt es natürlich auch in einen hitzebeständigen Standmixer geben.
  4. Die fertige Creme mit den restlichen Mandeln bestreut und dem restlichen Öl betropft servieren.

Wie zufrieden bin ich mit der Umsetzbarkeit des Rezepts? Das Rezept ist okay, bis auf ein paar Anmerkungen. Wenn man den Kram pürieren will, dann müssen die Zutaten natürlich ein wenig weich sein. Also wartet ruhig, bis euer Brokkoli bissfest ist und lasst auch das Brot kurz schwimmen. Und wirklich knackig salzen und pfeffern. Ich habe das mit Öl betropfen am Ende weggelassen, was auch gut war, denn die Creme ist so auch ölig genug. Aber noch mehr Brotwürfel sind eine gute Idee.
Wie sieht's aus? Wie im Buch auch. Ist halt eine grüne Flüssigkeit, in der Mandelüberreste herumschwimmen.

Unfotogene Suppe ist unfotogen.

Ridiculously Unphotogenic Soup.

Schmeckt's? Ich mag die meisten Suppen nicht. Daher hält sich meine Begeisterung auch in Grenzen. Aber mit etwas Salz und Brotwürfeln war's einigermaßen okay, wenn auch etwas ölig. Vom Wein merkt man gar nichts mehr, aber bei 50 ml in einem riesigen Suppentopf wundert mich das jetzt nicht. Der Knoblauch kommt gut raus, aber dass Brokkoli und Knoblauch gut zusammenpassen, ist ja nichts Neues.
Würde ich es wieder machen? Dieses Rezept sicher nicht nochmal, denn die Mandeln kann man sich meiner Meinung nach sparen, weil es einen öligen Nachgeschmack gibt, den ich nicht so toll fand. Also ist eine Brokkoli-MANDEL-Suppe wohl nix für mich. Aber es gibt ja noch eine Million weitere Brokkolisuppen-Rezepte, unter denen ich das für mich perfekte finden kann. Aber das ist ja alles meine subjektive Meinung. Für andere kann das sicher DIE Suppen-Offenbarung sein. Und das Rezept selbst ist ja dadurch nicht gleich schlecht, nur weil es nicht mein Geschmack war. Suppen können es mir in der Regel sowieso nie recht machen. In diesem Sinne: Viel Vergnügen beim Nachkochen!

Donnerstag, 23. Januar 2014

Mein Blog ist jetzt CO²-neutral!

Schon länger sind mir diese Buttons "Mein Blog/Diese Seite ist CO²-neutral" aufgefallen, und jetzt habe ich mir die ganze Sache mal genauer angeschaut. Dahinter steckt die Aktion "Mach's grün" der Webseite kaufda.de, von denen ich auch meinen "Bitte keine Werbung - Ich schütze die Umwelt"-Aufkleber für meinen Briefkasten habe (wer auch will, kann ihn hier kostenlos bestellen).
Bei "Mein Blog ist CO²-neutral" versprechen die Verantwortlichen der Seite für jeden Blog, der sich dieses Zeichen auf die Fahnen schreibt, einen Baum zu pflanzen. Eine gute Sache, wie ich finde. Also habe ich mir das gute Stück auch gleich hier rechts platziert.

Doch ist das überhaupt relevant? Emittiert eine Internetseite überhaupt CO²? Schauen wir doch mal genauer. Erst einmal läuft eine Internetseite ja über Strom und Hardware, d. h. es wird auf jeden Fall CO² freigesetzt. Vielleicht nicht alles bei euch im Zimmer, sondern viel viel mehr bei den Servern der Hosts, aber freigesetzt ist freigesetzt. Wieviel da zusammenkommt, ist abhängig von der Zahl der User. Was viel geklickt wird, erscheint auf vielen Monitoren und braucht mehr Serverleistung. Mehr CO². Und da immer mehr Seiten und auch Leute online gehen und mehr Zeit im Internet verbracht wird (privat und beruflich), steigen auch die CO²-Emissionen. Im Durchschnitt soll wohl jede Internetseite 20 mg CO² produzieren. Das klingt nicht nach viel. Ich finde es jedoch erschreckend, wenn man sich mal überlegt, wie viele Internetseiten es gibt. Da kommt was zusammen. Es existieren Meldungen darüber, dass das World Wide Web so über 800 Millionen Tonnen CO² pro Jahr ausstößt. Zum Vergleich: Deutschland schafft in einem Jahr die gleiche Summe. Das Internet stößt so viel CO² aus wie ein ganzes Land mit seiner Industrie, Landwirtschaft, Wirtschaft, Infrastruktur usw. Das ist doch mal ein starkes Stück. 

Bäume können uns einen Teil unserer selbst verschuldeten Last abnehmen, denn sie binden CO². Wie viel? Das ist von Art, Größe und Alter der Bäume abhängig und kann zwischen ein paar kg und meheren Tonnen liegen. Ihr seht also: Je mehr Bäume wir haben, umso mehr profitieren wir davon. Die Aktion, einen Baum zu pflanzen, kommt uns also allen zu Gute.
Dennoch können uns auch Bäume nicht vor uns selbst retten. Wir können nicht einfach so weitermachen und darauf hoffen, dass die Bäume schon alles wegfangen. "CO²-Emissionen reduzieren" heißt das Zauberwort. Ich kann euch lang und breit erklären, wie jeder von uns einen Beitrag dazu leisten kann. Strom sparen, Fleisch reduzieren, öffentliche Verkehrsmittel... Möglichkeiten gibt's viele. Aber ich möchte euch stattdessen einmal empfehlen, euren ökologischen Fußabdruck zu berechnen (z. B. hier für Österreich oder hier für die Schweiz und hier für Deutschland). Da könnt ihr direkt vergleichen, wie umweltfreundlich euer Lebensstil ist, und in welchen Bereichen vielleicht noch was getan werden kann. Kleiner Tipp am Rande: Als Veganer spart man richtig was ein ;) Aber es gibt natürlich noch viel mehr Verbesserungspotential.
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Links in diesem Post:
Aktion "Mein Blog ist CO²-neutral": http://www.kaufda.de/umwelt/co2-neutral/
"Bitte keine Werbung - Ich schütze die Umwelt"- Aufkleber bestellen: http://www.kaufda.de/umwelt/bitte-keine-werbung-aufkleber/
Öko-Fußabdruck Österreich berechnen: http://www.mein-fussabdruck.at/
Öko-Fußabdruck Schweiz berechnen: http://www.wwf.ch/de/aktiv/besser_leben/footprint/
Öko-Fußabdruck Deutschland berechnen: http://wwf.klimaktiv-co2-rechner.de/de_DE/popup/?cat=person

Mittwoch, 22. Januar 2014

Meine Kochbücher: Vegan kochen & Vegan backen (Rodríguez)

Meine Mama hat neue Bücher gekauft und die will ich euch natürlich nicht vorenthalten. Es sind "Vegan kochen" und "Vegan backen" von Toni Rodríguez. Der mir bis dato unbekannte Autor ist anscheinend nicht nur Koch, sondern auch Konditor mit eigener Pâtisserie. Die Kreationen gibt's allerdings nur in Barcelona direkt zu kaufen, aber man kann sich die leckeren Törtchen und Kuchen auch nach Deutschland bestellen. Oder man holt sich Bücher und probiert sich am heimischen Herd.

Aber da das Leben nicht nur aus zuckersüßen Leckereien besteht, erst mal die gesunden Sachen:

Vegan kochen
- Originelle und gesunde Rezepte für ein neues Lebensgefühl -
von Toni Rodríguez

Leckere Spargelspeise auf dem Cover

Und das erwartet einen.

Wie man schon sieht, muss man sich erst durch 50 Seiten Vorgeplänkel blättern, bevor man zu den Rezepten kommt. Aber im Bereich der veganen Kochbücher ist das ja keine Seltenheit. 
In "Die vegane Versuchung" bringt uns der Autor seine Lebens- und Küchenphilosophie näher und macht ein wenig Werbung für seine Pâtisserie. Dann folgt in "Wer isst was?" eine kurze Einführung in die verschiedenen Ernährungsformen, die zur Zeit in aller Munde sind, z. B. Veganer, Rohköstler und Makrobiotiker. Zusätzlich gibt's eine Liste mit berühmten Veganern und Vegetarieren. 
"Gute Gründe für ein veganes Leben" ist das obligatorische Infokapitel über die ethischen, gesundheitlichen und ökologischen Gründe, keine Tierprodukte mehr zu essen. Sehr gut finde ich einen Abschnitt, in dem die Gräueltaten, die die Tierproduktindustrie den Tieren antut, kurz beschrieben sind. Solche wichtigen Infos abzudrucken traut sich leider nicht jeder Kochbuchautor, denn das könnte ja Kunden verschrecken. Also Hut ab, Herr Rodríguez. 
In "Wie fange ich an?" gibt der Autor ein paar Tipps für Neuveganer und Interessierte, die die Umstellung erleichtern sollen. Er rät, sich umfassend im Internet zu informieren, da es dort fast alles aktuell zu finden gibt, z. B. Einkaufsmöglichkeiten für Veganer oder Restaurants. Auch versucht er Ängste zu nehmen, indem es auf typische Ernährungsängste eingeht (Nehme ich genug Proteine auf?). Dann präsentiert er die vegane Ernährungspyramide, die bei der Nahrungszusammenstellung helfen kann. 
Mein Lieblingskapitel ist mit Abstand "Die Zutaten". Etliche Seiten voll mit Warenkunde zu sämtlichem gängigen Gemüse, Salat, Obst, sowie Nüsse, Hülsenfrüchten, Trockenfrüchten, Gewürzen, Kräutern, Keimlingen, Sprossen, Getreide, Würzmitteln und Soßen. Also alles. Und zu jedem Item ein eigenes Foto, wie's denn ausschaut. Dazu die enthaltenen Nährstoffe, Lagerhinweise und Zubereitungstipps. Ich liebe so etwas, da ich mich gerne über die Inhaltsstoffe der Lebensmittel informiere, die ich zu mir nehme. Wieviel Eisen führe ich meinem Körper mit dieser Portion Haferschleim zu? usw. Dann gibt es noch eine kurze Erläuterung zu Inhaltsstoffen tierischen Ursprungs (die berühmten E-Nummern). 
Die nächsten zwei Kapitel beschäftigen sich mit der "Küchenausstattung" und einigen grundlegenden "Zubereitungstechniken" - nicht so spannend. In "Weg mit den Mythen!" wird noch einmal mit üblichen Vorurteile gegenüber der veganen Ernährung aufgeräumt, z. B. Abwechslungsarmut, Blutarmut, Proteinarmut, kennt man ja. 
Und dann geht's endlich los mit den beiden Rezept-Kapiteln "Vorspeisen" und "Hauptgerichte". Bei den Vorspeisen geht es vielfältig zu mit Dips (Hummus), Pasteten, Suppen in allen Farben und Geschmacksrichtungen, Salate (Russischer Salat, hmmjamm) und Fingerfood. Ähnlich sieht es bei den Hauptgerichten aus. Dort fiel mir aber eine leichte Seitan-Lastigkeit auf. Aber ich achte das vielleicht auch mehr drauf, da ich Seitan nicht so gut vertrage. Die Zutatenlisten sind übersichtlich und einfach gehalten. Sehr aufwändige Rezepte wie z. B. Bohnen-Burritos mit Reis, Avocadocreme und mexikanischem Salat haben dann natürlich längere Zutatenlisten, aber auch diese sind voller bodenständiger Lebensmittel. Die Zubereitungsanleitungen sind knapp und verständlich formuliert. Zu jedem Rezept gibt es einen Schwierigkeitsgrad, obwohl nur eine Handvoll der Hauptgerichte als schwierig gekennzeichnet waren und alle anderen Rezepte dem Autor nach einfach zuzubereiten sein sollen. Dann gibt es eine Angabe der Portionsgröße (meistens 6 Personen), der Zubereitungsdauer und ein paar wissenswerte Infos zu manchen Zutaten, z. B. dass es mehrere Tofuarten gibt. Beilagen empfiehlt der Autor auch, aber leider immer im letzten Schritt der Zubereitungsanleitung, sodass man sich vorm Einkaufen nicht nur die Zutatenliste durchlesen sollte ;)

Momentan steht das Kochbuch für mich bei der Schulnote 1 minus, da die Gerichte nicht geordnet sind und die Beilagen nicht separat aufgeführt werden. Aber das ist Jammern auf hohem Niveau, denn das Kochbuch macht ansonsten einen sehr ordentlichen Eindruck. Da es nur zwei Rezeptkapitel gibt, werde ich dieses Mal zwei Rezepte pro Kapitel testen:

Vorspeisen 1: Brokkoli-Mandel-Creme
Hauptgerichte 1: Rohkost-Lasagne
Hauptgerichte 2: Mit Quinoa gefüllte Paprika

Und weiter geht's mit der süßen Seite des Lebens:

Vegan backen
- Süße Köstlichkeiten bewusst genießen -
von Toni Rodríguez

Cupcakes, Cupcakes, mjamm, mjamm, mjamm...

Wichtige Infos zuerst.

Gleich zu Beginn wird darauf verwiesen, dass die Backzeit je nach Größe der Kreationen immer 20 bis 35 Minuten beträgt. Folgerichtig gibt es in den Rezepten keine Backzeitangabe... hmmm... da bin ich ja mal gespannt, ob ich dann in der Küche in Panik ausbreche oder ob ich mich daran erinnere, dass auf Seite 5 ja ein kleiner Hinweis steht.
In "Wie alles begonnen hat" schildert der Autor seinen Weg zum Pâtisseur und in "Die vegane Konditorei" geht's natürlich um die eigenen Pâtisserie. Und überall diese Bilder von den leckersten Cupcakes, die ihr euch vorstellen könnt. Mir läuft das Wasser im Mund zusammen :d Dann folgen zwei sehr kurze Kapitel über "Basis-Zutaten" wie Sahne, Vanille, Zucker usw. und "Was Sie benötigen", z. B. ein Nudelholz oder verschiedene Backformen. Sehr einfach, sehr knapp, sehr allgemein.
Und es geht los mit den "Rezepten". Ein riesiges Kapitel ohne Unterteilungen. Die Rezepte sind jedoch nicht kreuz und quer durcheinander, sondern Cupcakes, Muffins, Mini-Cakes, Torten, Kuchen und sonstige Süßspeisen stehen brav beieinander. Gut, gut. Man merkt den Rezepten den Pâtisserie-Hintergrund an, die Fotos sehen sehr schick aus, aber ich fühle mich zuweilen etwas eingeschüchtert, denn ich bin Grobmotoriker mit kurzem Geduldsfaden und weiß jetzt schon, dass manche Rezepte und ich vermutlich keine Freunde werden. Die Rezepte wirken zum Großteil sehr aufwändig und sind eher etwas für besondere Anlässe. Dennoch sind die Zutatenlisten nicht überkandidelt, sondern wirken einfach und bodenständig. Die Zubereitungshinweise nehmen einen zu einem gewissen Grad an die Hand, was aber gerade für verunsicherte Leute wie mich nur gut sein kann. Zu jedem Rezept gibt es eine Angabe der Portionsgröße, aber keine Schätzung der Zubereitungsdauer. Manchmal gibt's auch Tipps zur Zubereitung und Infos zu manchen Lebensmitteln, z. B. was Pektin ist.

Bis jetzt bekommt das Backbuch von mir die Schulnote 2, weil ich gerade die Cupcake-Rezept als sehr schwierig einordne, sollte man kein geübter Süßwarendekorateur sein. Schwierigkeitsgrade wären vielleicht nicht schlecht gewesen. Die fehlende Unterteilung der Rezepte stört mich etwas, aber im Buch wäre es auch nicht anders gegangen, da manche Sorten nur 1 bis 2 Rezepte umfassen, z. B. nur 2 Muffinrezepte, 2 Cookie-Rezepte, 2 Torten-Rezepte. Dafür lohnen sich eigene Rezepte nicht wirklich. Das Übergewicht an Cupcake-Rezepten (46 an der Zahl...) fällt sehr auf, aber die Pâtisserie des Autors ist anscheinend auf Cupcakes spezialisiert, also kein Wunder. Versteht mich nicht falsch. Ich liebe Cupcakes. Aber ich sage ja nur, dass das Ungleichgewicht zwischen den Cupcakes und allen anderen Sorten sehr auffällt.
Naja, das mit der von mir vermuteten Schwierigkeit bei den Rezepten kann sich ja auch relativieren, sobald ich sie mal ausprobiert habe. Am Ende hab ich mich umsonst gesorgt :) Folgende Rezepte habe ich mir mal zusammengesucht:

Cupcakes mit Walnüssen und Kokos
Brownies
Cookies mit Schokolade
Kuchen mit Heidelbeeren und Zitronen
Torte mit Schokolade und Kaffee
Flap Jacks mit Vanille-Glasur
Shake mit Avocado und Kakao

Herr mizus Omni-Ecke: Pasta mit Hackfleisch-Ziegenkäse-Sauce

Herr mizu kocht gerne und hat mich auf den eklatanten Mangel an Omni-Liebe in diesem Blog hingewiesen. Auch bräuchte es eigene Rezeptkreationen, meinte er ;) Da ich keine eigenen Rezepte erfinde, weil kein Talent, überlasse ich das liebend gerne ihm.

Und damit präsentiere ich euch: HERR MIZUS OMNI-ECKE. Er hat es so gewollt ;P Hier veröffentliche ich gelegentlich die kreativen Küchenkreationen meines Freundes und ihr könnt sie gerne nachkochen.

PASTA MIT HACKFLEISCH-ZIEGENKÄSE-SAUCE

Zutaten für 4 Portionen:

350 g fettarmes Hackfleisch
200 g Nudeln
100 g Ziegenkäse (z. B. Ziegenfrischkäse mit Feigen)
500 g passierte Tomaten (1 Päckchen)
1 Zwiebel, geschält, gewürfelt
Öl
Pfeffer, Salz
1 Knoblauchzehe, geschält
Grana Padano nach Bedarf

Zubereitung:
  1. Nudeln nach Packungsanweisung in Salzwasser kochen. 
  2. In der Zwischenzeit die Zwiebel in 1 EL Öl glasig andünsten, dann das Hack dazugeben und gut anbraten. Anschließend das Zwiebelhack in ein Sieb geben und abtropfen lassen. 
  3. In der leere Pfanne passierte Tomaten aufkochen und den Käse einrühren, bis sich alles gut verbunden hat. 
  4. Dann das Zwiebelhack dazugeben und aufkochen lassen. Ordentlich mit Salz, Pfeffer und gepresstem Knoblauch abschmecken. 
  5. Die gekochten Nudeln abgießen und in die Pfanne zur Sauce geben. Alles verrühren und 5 Minuten bei mittlerer Hitze unter gelegentlichem Rühren köcheln lassen. 
  6. Auf dem Teller dann noch Grana Padano drübergeben. Guten Appetit!

Und so sieht die fertige Speise aus:

Omnis müssen hier nicht hungern.

Testrezept: Kirschkuchen

Und hier ist der Kuchen zum Kaffeekränzchen. Aus Festliche Kuchen und Torten.

KIRSCHKUCHEN

Zeit: 30 Minuten Zubereitung & 45 Minuten Backen

Zutaten für einen Kaffeekranz von ca. 20 cm Durchmesser:

200 g kandierte Kirschen im Glas (oder Belegkirschen)
90 g Pflanzenmargarine (Sana), sehr weich oder zerlassen und abgekühlt
150 g Rohrohrzucker
Ersatz für 2 Eier (z. B. 120 - 150 g Apfelmus)
1 TL Vanille-Extrakt
210 g Mehl (z. B. Dinkelmehl)
2 TL Backpulver
80 ml Pflanzenmilch (z. B. Vanille-Sojamilch)

Glasur:

185 g Puderzucker
20 g Pflanzenmargarine (Sana)
1-2 EL Wasser
Rosa Lebensmittelfarbe

Ich habe die Glasur einfach mit 185 g Puderzucker und 3 EL rotem Multivitaminsaft angerührt, weil ich keine Sana mehr übrig hatte. Wurde auch ein bombenfester, rosa Guss :)

Zubereitung:
  1. Eine Kranzform (Napfkuchenform) mit ca. 20 cm Durchmesser einfetten und einmehlen.
  2. Die kandierten Kirschen aus dem Glas abgießen. Den Sirup abspülen und die Kirschen trockentupfen. Belegkirschen ebenfalls abspülen. Muss man aber auch nicht. Dann reichen aber 100 g Zucker.
  3. Margarine und Zucker in einer Schüssel cremig schlagen. Ei-Ersatz zufügen und gründlich verrühren. Vanille-Extrakt zugeben und verrühren. Leider wurde im Rezept vergessen, wann die Kirschen zuzufügen sind. Ich habe sie einfach jetzt zu der Masse gegeben und verrührt. 
  4. Pflanzenmilch, Mehl und Backpulver unterheben und zu einer glatten Masse verrühren.
    Backofen auf 170 °C (Umluft) vorheizen. Den Teig in die Form geben, glattstreichen und 35 Min. backen lassen.
  5. Stäbchenprobe nicht vergessen. Kuchen aus dem Ofen holen und 10 Min. in der Form stehen lassen. Dann auf ein Kuchengitter stürzen und auskühlen lassen. Wenn der Kuchen kühl ist, kann er glasiert werden.  
  6. Die Glasur laut Rezept wird folgendermaßen zubereitet: Puderzucker, Butter und Wasser in einer hitzebeständigen Schüssel (z. B. einem Kaffeepott) im heißen Wasserbad verrühren, bis die Butter geschmolzen ist und eine glatte Glasur entsteht. Lebensmittelfarbe hinzugeben, bis die Glasur rosa ist. Den Kuchen damit überziehen und die feuchte Glasur ggf. mit Kokosraspeln oder gehackten Pistazien bestreuen.

Pink und flockig.

Wie zufrieden bin ich mit der Umsetzbarkeit des Rezepts? Sehr. Ein einfaches Rezept, das gut umzusetzen ist. Leider wurden die Kirschen im Rezept vergessen. Also darauf achten, dass ihr sie nicht auch vergesst ;) Belegkirschen sind anscheinend nicht ganz ideal, da sie sich aus dem Teig lösen. Mal mit richtigen Kirschen versuchen...
Wie sieht's aus? Pink, mit den sich ablösenden Kirschen nicht ganz so ordentlich.

Was vom Kuchen übrig blieb...

Schmeckt's? Instant Diabetes, also sehr süß durch den Hammer-Guss. Die Glasur kann man weglassen oder durch Zartbitterschoko-Überzug ersetzen. Ehrlich. Schmeckt neben der unglaublichen Süße aber ziemlich gut. 
Würde ich es wieder machen? Nur abgewandelt mit richtigen Kirschen und, wenn Überzug, dann nur Schoko. 

Sonntag, 19. Januar 2014

Testrezept: Schwarz-Weiß-Muffins

Dieses Wochenende habe ich Gäste zu Besuch und wie es sich gehört, gibt es Kaffee und Kuchen. Dazu biete ich die Schwarz-Weiß-Muffins aus dem Neuen Muffin-Kochbuch an.

SCHWARZ-WEISS-MUFFINS

Zeit: 20 Minuten Zubereitung & 20 Minuten Backen

Zutaten für 12 Muffins:

250 g Mehl (z. B. Dinkelmehl)
2 TL Backpulver
90 g Rohrohrzucker
250 g pflanzlicher Vanillejoghurt
Ersatz für 2 Eier (z. B. 120 - 150 g Apfelmus)
125 g Pflanzenmargarine (z. B. Sana), zerlassen und abgekühlt
180 g dunkle Kuvertüre, geschmolzen
60 g Walnüsse, gehackt
80 g blanchierte Mandeln, gehackt (ich habe stattdessen 140 g gemahlene Haselnüsse genommen)
2 TL abgeriebene Orangenschale (oder 1 Päckchen Orangeback)

Zubereitung:
  1. 12er Muffinform einfetten oder mit Förmchen auslegen.
  2. Mehl, Backpulver, Zucker und 1 Prise Salz in einer Schüssel vermischen.
  3. Eine Mulde in die Mitte drücken und dort hinein den Joghurt, den Ei-Ersatz und die Butter geben und alles vorsichtig unterrühren. Der Teig soll noch klumpig bleiben. Da ich nur eine Sorte Nüsse genommen habe (nämlich die, die ich gerade sowieso da hatte), habe ich die gleich mit untergerührt. Wenn ihr zwei Nusssorten nehmt, dann wartet noch mit dem Unterrühren.
  4. Eine Hälfte des Teiges in eine andere Schüssel geben. Unter die eine Hälfte die eine Nusssorte (Walnuss) und die geschmolzene Kuvertüre geben und verrühren. Unter die andere Hälfte die Orangenschalen und die anderen Nüsse (Mandeln) rühren.
  5. Den Backofen auf 190 °C (Umluft) vorheizen. Mithilfe eines Löffels die Teige in die Muffinform füllen, sodass in jeder Muffinvertiefung eine Hälfte heller und eine Hälfte dunkler Teig ist. 15 - 20 Minuten backen lassen.
  6. 5 Minuten in der Form kühlen lassen, dann herausnehmen und auf einem Kuchengitter abkühlen lassen.

Die Teige sind nicht sehr flüssig, sodass das zweifarbige Füllen leicht von der Hand geht.

Frisch aus dem Backofen.

Das sind die fertigen Muffins.

Wie zufrieden bin ich mit der Umsetzbarkeit des Rezepts? Geht so. Beim Herauslösen aus der Form hat sich der helle Teig gut gelöst, aber der dunkle blieb zum größten Teil darin kleben. Daher sahen die Muffins sehr verunglückt aus. Das Zubereiten des Teiges war in Ordnung, aber ich würde den dunklen Teig beim nächsten mal wieder mit Backkakao und mehr Flüssigkeit machen. Vielleicht bleibt er dann nicht kleben.
Wie sieht's aus? Durch den Zerfall leider nicht so dolle, weil 1/4 der Muffins fehlt.
Schmeckt's? Sehr lecker. Der helle Teig vielleicht ein wenig trocken. Der dunkle Teig ist göttlich. Den anwesenden Kindern hat es auch sehr geschmeckt.
Würde ich es wieder machen? Ja, aber ich werde am Rezept wohl was verändern, damit sich die Muffins besser lösen lassen.

Samstag, 11. Januar 2014

Meine Kochbücher: Das Neue Muffin-Kochbuch & Festliche Kuchen und Torten

Zwei Kochbücher habe ich euch ja schon vorgestellt (hier und hier), also wird es Zeit, dass die Backbücher ein wenig aufholen. Zu Anfang möchte ich euch meine beiden Backbücher von der Autorin Anne Wilson vorstellen. Ich liebe Anne Wilsons Koch- und Backbücher und besitze einige von ihnen, die ich euch im Laufe der Zeit auch alle näherbringen werde. Gekauft habe ich sie mal in einem ganzen Schwung vom Flohmarkt für ein paar Euro. Aber ich bin sehr begeistert und gelohnt hat es sich auf alle Fälle. Es sind keine veganen Koch- oder Backbücher, aber man kann ja mittlerweile vieles gut veganisieren. Also kein Problem von dieser Seite :)

Das Neue Muffin-Kochbuch

von Anne Wilson

Sehen die Muffins nicht schrecklich appetitlich aus?

Anne Wilsons Koch- und Backbücher sind recht dünn (64 Seiten), aber das stört nicht, denn sie hält sich nicht mit Vorgeplänkel auf, sondern es sind wirklich reine Rezeptsammlungen. Die Seiten sind auch dicht an dicht mit Rezepten gefüllt, aber es gibt zu allen auch ein Bild des fertigen Muffins. Kapitel gibt es zwar, jedoch kein Inhaltsverzeichnis, sodass ich euch den Inhalt so noch einmal kurz beschreibe.
Auf der Innenseite des Einbands gibt es eine kurze Erklärung zu den verwendeten Maßeinheiten. Unterteilt werden die Rezepte lediglich nach Schwierigkeitsgrad: für Anfänger, für weniger erfahrene Köche und für erfahrene Köche.
Dann geht es los mit einem Grundrezept für ganz einfache Vanillemuffins ("Muffins leicht gemacht") und einer fettarmen Variante. Zusätzlich werden im ersten Kapitelchen noch Hinweise zu Muffinformen, zur optimalen Zubereitung und Lagerung gegeben. 
Im nächsten Abschnitt gibt es ausschließlich Rezepte ("Muffins in Hülle und Fülle"), die ohne System angeordnet sind. Da gibt es Streuselmuffins, Muffins mit Topping, mit Glasur und mit flüssiger oder fester Füllung, aus allen denkbaren Früchten, Nüssen, Trockenfrüchten, mit verschiedenem Getreide, Möhren, Kaffee und was einem sonst noch so an süßen Variationen einfällt. Die Zutatenlisten sind für die ausgefalleneren Muffins teilweise ziemlich lang, aber das ist dem Aufwändigkeitsgrad geschuldet. Es kommen, backrezept-typisch, nur Zutaten vor, die man kennt und im Supermarkt um die Ecke besorgen kann. Zu jedem Rezept werden außerdem noch die Nährwerte angegeben, damit man auch ja weiß, wie viele Kalorien die leckeren Dinger haben... Dieses riesige Hauptkapitel durchzieht das gesamte Buch und wird von den anderen Kapiteln nur unterbrochen, geht dann aber immer weiter. Daher werde ich bei den Testrezepten mehrere aus diesem Riesenkapitel testen.
Die Klassiker, die jeder mag, gibt es im nächsten Kapitel "Favoriten - seit eh und je". Dort stehen bekannte Sorten wie einfache Heidelbeer- oder Schokomuffins. In "Glasuren, Guss und Hauben" gibt es genau das: verschiedene Toppings wie einen leckeren Schokoguss oder eine Verzierung aus Limettensirup. Dann gibt es ein Kapitel über "Fettarme Muffins", die zumindest vom Namen und Bild her nicht fettarm wirken, z. B. Bananen-"Honig"-Nuss-Muffins, hmmmm, lecker... Die letzten paar Seiten sind zwar nicht in ein extra Kapitel unterteilt, aber dort gibt es Rezepte für herzhafte Muffins. Die sind beispielsweise für Partys eine tolle Idee, die ich schon ein paar mal genutzt habe und die sehr gut ankam. Am Ende des Buches gibt es ein alphabetisches Register.

Im Vorfeld kann ich dem "Neuen Muffin-Kochbuch" die Schulnote 1 minus geben. Mir gefällt, dass es gleich mit den Rezepten zur Sache geht und dass die Zubereitungsschritte sehr ausführlich sind, aber trotzdem knapp und verständlich bleiben. Außerdem ist die Fülle und Vielfalt an Rezepten einfach super. Für jeden Anlass lässt sich hier das richtige Muffinrezept finden. Bisher stört mich nur, dass man das Buch durchblättern muss, um ein Rezept zu finden, es sei denn, man weiß den genauen Titel. Ich bin mir nicht sicher, ob man bei Muffins überhaupt eine zufriedenstellende Einteilung zum besseren Suchen und Finden bewerkstelligen kann, aber man hätte es ja mal versuchen können. Folgende Rezepte werde ich nach und nach backen und euch über das Ergebnis in Kenntnis setzen:

Muffins in Hülle und Fülle 1: Mandel-Beeren-Joghurt-Muffins
Favoriten - seit eh und je & Glasuren, Guss und Hauben: Schokoladen-Muffins & Cappuccino-Schaum
Muffins in Hülle und Fülle 2: Schwarz-Weiß-Muffins
Muffins in Hülle und Fülle 3: Ingwerbrot-Muffins
Fettarme Muffins: Rhabarber-Vanille-Muffins
Muffins in Hülle und Fülle 4: Ratatouille-Muffins


Festliche Kuchen und Torten

von Anne Wilson

Das Cover verrät das ältere Semester dieses Buches.

Dieses Backbuch von Anne Wilson ist die 2004er Neuauflage der 1995 erschienenen Version. Optisch wurde es anscheinend nicht überarbeitet, sodass es älter wirkt als es ist. Aber Rezepte veralten ja nicht, also braucht uns das nicht zu stören. Die Aufmachung ist ähnlich zum "Neuen Muffin-Kochbuch", daher versuche ich mich kurzzufassen. In diesem Buch fehlen sämtliche Kapiteleinteilungen. Es ist eine reine Sammlung an Kuchen- und Tortenrezepten, die nicht geordnet ist. Jedes Rezept bekommt eine Doppelseite mit Bild zugewiesen (kürzere Rezepte auch mal nur eine Seite). Die drei Schwierigkeitsgrade begegnen uns wieder und wie im "Neuen Muffin-Kochbuch" auch Angaben zur Portionsgröße, Vorbereitungs- und Zubereitungsdauer. Auf Nährwertangaben wurde dieses Mal gnädigerweise verzichtet ;) Die Länge der Zutatenliste richtet sich wieder nach dem Aufwand und man begegnet nur altbekannten Zutaten. 

Dem "Festliche Kuchen und Torten" möchte ich mit der gleichen Begründung wie beim "Neuen Muffin-Kochbuch" die Schulnote 1 minus geben, denn es ist ein schönes, einfaches Backbuch mit vielen Klassikern und großer Vielfalt, aber übersichtlich ist es eben nicht. Ich werde je zwei Kuchen und zwei Torten aus dem Buch testen und euch davon berichten:

Kuchen 2: Kirschkuchen
Torte 1: Kokosnusstorte
Torte 2: Bienenstich-Torte


Freitag, 10. Januar 2014

Testrezept: Wildeintopf

Es ist Januar und hier kommt das Januar-Testrezept aus dem Kochbuch "Donnerstag ist Veggietag".

WILDEINTOPF

Zubereitungszeit: 45 Minuten

Zutaten für 4 Portionen:

50 g getrocknete oder 100 g frische Steinpilze (bei mir: 200 g Mischpilze)
300 g Wildpilze oder Champignons (bei mir: 300 g Champignons)
250 g Schalotten (entspricht etwa 4 mittelgroßen Schalotten)
Öl
1/2 Flasche Pilsner
4 TL Aceto balsamico
250 g Seitan (habe ich weggelassen, da mein Magen und Seitan zur Zeit auf Kriegsfuß miteinander stehen)
100 g Räuchertofu (dafür hier bei mir 200 g)
2 EL Zucker
Pfeffer, Salz
1 TL Maisstärke (hat bei mir nicht gereicht, aber dazu gleich mehr)

Vorgeschlagene Beilagen: Pommes frites, Apfelmus, Preiselbeeren oder Bratapfel. Ich habe mich für die Pommes entschieden, weil unkompliziert.

Zubereitung:
  1. Getrocknete Pilze nach Packungsanweisung einweichen lassen (Pilze aus dem Glas abgießen und abtropfen lassen). Frische Pilze waschen, putzen und nach Gefallen halbieren oder vierteln. Die Schalotten schälen und in dünne Ringe schneiden.
  2. Die Schalottenringe in 1 EL Öl dünsten, bis sie glasig sind. Den Backofen auf 190°C (Umluft) vorheizen (für die Pommes frites).
  3. Dann die Champignons zu den Schalotten geben und mit dem Pilsner und dem Aceto balsamico ablöschen. Alles bei geringer Hitze 5 Minuten köcheln lassen. Der Alkohol verdunstet dabei. 
  4. In der Zwischenzeit die Pommes frites in den Backofen schieben (wenn ihr Ofen-Pommes gekauft habt).
  5. Den Seitan und den Räuchertofu würfeln und anschließend mit den übrigen Pilzen zu den bereits köchelnden Pilzen geben. 300 ml Wasser angießen (die Hälfte reicht; bei mir wurde es am Ende sehr flüssig, sodass ich 3 TL Maisstärke brauchte, um alles zu binden). Ordentlich salzen und pfeffern und dann 10 Minuten zugedeckt garen lassen. Bei Bedarf Wasser nachgießen (war bei mir nicht nötig). 
  6. Die Wartezeit eignet sich gut, um nach den Ofen-Pommes zu schauen oder, falls ihr Frittier-Pommes gekauft habt, diese in der Fritteuse zuzubereiten.
  7. Den Wildeintopf schließlich mit Maisstärke binden (vorher die Stärke in eine Tasse füllen und mit etwas Wasser verrühren, damit nichts klumpt; dann unter Rühren in den Wildeintopf geben und weiterrühren, bis er eindickt). 

Wie zufrieden bin ich mit der Umsetzbarkeit des Rezeptes? Sehr zufrieden. Die Anweisungen waren klar und präzise, sodass man nichts falsch machen kann. Schade nur, dass es bei mir eher eine Supper wurde, weil viel zu viel Flüssigkeit. Aber durch das Abbinden mit der Stärke wurde es doch noch sämig. Die Zubereitung ging auch schneller als gedacht (ca. 20 Minuten Schnippeln eingerechnet).
Wie sieht's aus? Ganz okay. Durch die Maisstärke etwas glibberig. Das kennt man ja. Aber der Geruch. Hmmmm, der Geruch. Soooo lecker!

Herr Mizu stellte freimütig seine Portion zu Dokumentationszwecken zur Verfügung.

Schmeckt's? Süßlicher als ich gedacht hätte, aber unglaublich lecker. Die Bitterkeit vom Bier ist nicht zu spüren. Herr Mizu war auch sehr begeistert. Ein super Abendessen. Und die Pommes haben gut dazu gepasst.
Würde ich es wieder machen? Auf jeden Fall. Das nächste Mal reduziere ich die Flüssigkeit um die Hälfte. Den Wildeintopf wird's definitiv jetzt öfter bei uns geben.

Meine Kochbücher: Donnerstag ist Veggietag

Heute wird es Zeit, dass ich euch mein Weihnachtsgeschenk aus 2013 näher vorstelle. Ich freue mich immer, wenn man mir Bücher schenkt und bei Koch- bzw. Backbüchern ist die Freude gleich doppelt so groß. Daher bekam ich von einem lieben Menschen dieses geschenkt:

Donnerstag ist Veggietag
- Genuss und Abwechslung mit vegetarischen Rezepten -

Miki Duerinck & Kristin Leybaert

Zusammen mit einem praktischen Kochbuchhalter aus Edelstahl war es das perfekte Geschenk für mich und ich freue mich noch immer darüber. Vielen, vielen Dank.

Und so sieht das gute Stück aus.

Die Kampagne "Donnerstag ist Veggietag" sollte seit der letzten Bundestagswahl hinreichend bekannt sein. Wer sich dennoch informieren möchte, schaue hier. Ich möchte an dieser Stelle keine Diskussion darüber entfachen, ob "Donnerstag ist Veggietag" das Nonplusultra ist oder nicht. Von den verschiedensten Menschen habe ich dazu die verschiedensten Meinungen gehört und auch ich habe mir eine Meinung gebildet. An meiner Uni wurde der Veggiedonnerstag getestet und ich konnte das Ergebnis beobachten. Daher weiß ich, dass es für manche ein sensibles Thema ist und möchte hier keine Grundsatzdiskussion über Wahlfreiheit oder Vegetarismus starten. Wenn ihr gerne etwas zu dem Thema sagen möchtet, könnt ihr den Artikel hier gerne kommentieren, aber auch da bitte ich euch, sachlich und nett zu bleiben. Mir geht es an dieser Stelle allein darum, euch das Kochbuch vorzustellen wie jedes andere meiner Kochbücher auch.

Und das ist drin.

Das Buch beginnt mit einem Kapitel über die Vorteile fleischfreier Tage für Mensch, Tier und Umwelt. Es ist sehr knapp gehalten, sodass manche Themen nur kurz gestreift werden, was für den Rahmen eines Kochbuches durchaus angemessen ist. Wer mehr wissen will, kann sich informieren. Obiger Link ist auch im Buch angegeben.
Danach geht es an die Rezepte, die nach Jahreszeiten gegliedert sind. Aber nicht nur das. Schaut mal her:

Rechts oben wird's interessant.

Jede Jahreszeit ist auch nach Monaten unterteilt. Für jeden Monat gibt es mal vier, mal fünf Rezepte, sodass man für jede Woche des Monats ein neues Gericht servieren kann. Dazu gibt es am Ende jedes Kapitels Rezepte für kleine Gerichte für die gesamte Jahreszeit, meist Salate, Saucen oder Beilagen für die vorgestellten monatlichen Hauptgerichte. Das nenne ich mal saisonal ;) Die monatliche Aufteilung gefällt mir so gut, dass ich sie auch für meine Testgerichte übernehme und ein Gericht pro Monat nachkochen werde. Von dem Projekt habt ihr also das ganze Jahr etwas :)
Die Gerichte sind größtenteils vegetarisch, aber das Buch markiert veganisierbare Rezepte (und das sind ganz schön viele; nicht-veganisierbare Rezepte sind deutlich in der Minderheit). In der Zutatenliste wird bei tierischen Lebensmitteln auch angegeben, durch welche pflanzlichen Alternativen sie sich ersetzen lassen. Die Zutatenlisten selbst sind übersichtlich und die benötigten Zutaten wenig ausgefallen. Alles kann man im gut sortierten Supermarkt bekommen. Die Anleitungen sind kurz und leicht verständlich formuliert und zu jedem Gericht werden passende Beilagen empfohlen. Letzteres ist ein Service, den ich sehr hoch schätze, und den mehr Kochbücher anbieten sollten.
Die Vielfalt der Gerichte ist ausreichend. Es erstreckt sich über alle Raffinesse-Grade von Frikadellen über Kokoseintopf bis hin zu Gebratenem Seitan an Rotweinsauce und Pastinakenkrapfen. Alles Gerichte, die sich gut als Mittag- oder Abendessen eignen. Leider gibt es kein einziges süßes Rezept (Dessert, Kuchen etc.), was ich ein bisschen schade finde, da ich auch gerne mal was Süßes esse. Aber sei's drum. Es ist ja ein Koch- und kein Backbuch.
Nach den Gerichten folgt ein kurzer Abschnitt mit Vorschlägen zu veganen jahreszeitlichen Buffets oder Menüfolgen. Es sind Zusammenstellungen aus den im Buch vorgestellten Haupt- und Bei-Gerichten. Eine Angabe der Portionsgrößen wäre schön gewesen, damit man abschätzen kann, für wie viele Personen das Menü oder das Büffet reicht, auch wenn man das Gericht noch nicht gekocht hat. Leider fehlen auch bei den Rezepten selbst die Portionsgrößen. Von den Gerichten, die ich bisher nachgekocht habe, kann ich abschätzen, dass sie für vier Personen bzw. Portionen konzipiert sind.
Im letzten Abschnitt des Buches, dem "Vorratsschrank", wird eine Fülle pflanzlicher Lebensmittel vorgestellt. Verschiedene Gemüse, Kräuter, Pilze, Sojaprodukte, und, und, und werden benannt und voneinander unterschieden. Außerdem wird eine Hilfestellung gegeben, welche Nahrungsmittel man bei pflanzlicher Ernährung auf Vorrat zu Hause haben sollte, weil sie oft gebraucht werden. Das Buch schließt dann mit einem jahreszeitlichen und einem alphabetischen Register ab. 

Von der Aufmachung her gefällt mir das Buch so gut, dass ich ihm die Schulnote 1 mit mikroskopischem Minus geben möchte. Abzug gibt's eigentlich nur wegen der fehlenden Portionsangaben. Ansonsten ist es ein schönes, übersichtliches Kochbuch, das besonders für vegetarisch-vegane Anfänger und Interessierte gut geeignet scheint. Aber auch alte Hasen können mit dem Veggietag-Kochbuch viel Freude haben. Wie groß diese Freude ist, werde ich natürlich wieder an mir testen. Dem Buch entsprechend in den jeweiligen Monaten. Hier sind die Testgerichte, die ich mir ausgesucht habe:

Januar - Wildeintopf
Frühling - Vegane Mayonnaise
Mai - Spinattimbales mit Räuchertofu-Füllung
Juni - Knuspriger Auflauf mit Spinat, Tofu und Zucchini
Sommer -Rucola-Reis-Salat
Juli - Schnelle asiatische Woknudeln mit Kokosmilch und Tofu
August - Gefüllte Paprikaschoten
September - Lasagne mit Spinat und Fenchel-Safran-Sauce
Herbst - Toast mit Champignons
Oktober - Blätterteigtörtchen mit Aubergine, sonnengetrockneten Tomaten und Oliven
November - Goldene Kürbiskugeln  mit Ingwer und Zitrone
Dezember - Ofenauflauf mit Champignons, Lauch und Karottenpüree

Erinnert ein bisschen an die Jahresuhr von Rolf Zuckowski ;) Fazit kommt wie immer am Ende aller Testgerichte, also im Dezember 2014.

Mittwoch, 8. Januar 2014

Testrezept: Polenta-Chili-Auflauf

Hey Leute,

ich hoffe, ihr seid gut ins Neue Jahr gerutscht. 2014 ist noch jung, aber schon wird es Zeit für das erste Testrezept auf dem Blog. Entschieden habe ich mich für den Polenta-Chili-Auflauf aus dem Vegan kochen. Dabei werde ich das Rezept nach bestem Wissen und Gewissen nachkochen und euch über das Ergebnis berichten. 

POLENTA-CHILI-AUFLAUF

Zeit: 35 Minuten Zubereitung & 40 Minuten Backen

Zutaten für 4 Portionen:

Für das Chili:
  • 175 g Tomatenmark (oder wie ich eine ganze Tube)
  • 50 g Zwiebeln, gehackt
  • 2 Knoblauchzehen, geschält, gepresst
  • 1 TL Kreuzkümmel, gemahlen
  • 1 TL Oregano
  • 1 EL Paprikapulver, edelsüß, oder Pfeffer (ich habe mich für Pfeffer entschieden, ich rate euch zu Paprikapulver, denn es wird doch etwas scharf)
  • 125 ml veganer Weißwein (oder Gemüsebrühe; kann ruhig die doppelte Menge sein, da sonst seeehr dickflüssig)
  • 1 TL vegane Worcestersauce (die gibt es auch mit Sardelle drin)
  • 2 Dosen Kidneybohnen (400 g), abgetropft
  • 2 Dosen andere Bohnen (400 g) z. B. schwarze Bohnen, weiße Bohnen etc., abgetropft (bei mir war es ein großes Glas weiße Bohnen und eine kleine Dose Kidneybohnen)
Für die Polenta:
  • 500 ml Pflanzenmilch (bei mir gab's Sojamilch)
  • 30 g Hefeflocken
  • 1 TL Salz
  • 1/2 TL Pfeffer
  • 75 g Polenta
  • 1 EL Pflanzenmargarine (Sana)
  • Pfeffer nach Geschmack

Zubereitung:

Chili:
  1. Tomatenmark, Zwiebeln, Knoblauch, Gewürze, Wein und Worcestersauce in einem Topf mischen und aufkochen lassen. 
  2. Hitze reduzieren und die abgetropften Bohnen dazugeben. Nach Bedarf Flüssigkeit zugießen (Wasser oder Weißwein, s. o. Zutaten Weißwein), bis ihr mit der Konsistenz zufrieden seid.
  3. 10 Minuten köcheln lassen. Bleibt unbedingt dabei und rührt fleißig um, da das Chili eher dickflüssig ist und gerne spritzt und anbrennt. Zu flüssig soll es dennoch nicht werden, denn es soll die Basis für den Auflauf bilden.

Polenta:
  1. Pflanzenmilch, Hefeflocken, Salz und Pfeffer in einem Topf mischen und aufkochen lassen.
  2. Polenta unter Rühren einrieseln lassen, damit nichts klumpt. Unter Rühren weiterkochen lassen, bis die Polenta aufgeht und sich eine breiige Konsistenz ergibt. 
  3. Dann Margarine dazugeben und einrühren, bis sie geschmolzen ist. Immer weiterrühren, bis alles vermischt ist. Polenta von der Kochstelle nehmen.
  4. Backofen auf 190°C vorheizen. Eine große Auflaufform mit dem Chili füllen und die Polenta gleichmäßig darauf verteilen. Nach Wunsch mit Pfeffer bestreuen. Ich habe darauf verzichtet, weil ich mich beim Chili ja schon für die Extraportion Pfeffer entschieden habe ;)
  5. Im Ofen 30 Minuten backen lassen. Aus dem Ofen nehmen und 10 Minuten stehen lassen, bevor ihr es serviert.

Wie zufrieden bin ich mit der Umsetzbarkeit des Rezepts? Ging so. Die Polenta ging 1A. Aber ich musste halt ständig das Chili umrühren, damit nichts anbackt. Vielleicht haben die Autoren auch mehr Flüssigkeit reingegeben, aber dann wäre es mir für den Auflauf zu suppig geworden. Polenta kann man auch ruhig etwas mehr machen, da es bei mir kaum gereicht hat, um den ganzen Auflauf zu bedecken.
Wie sieht's aus? Nicht sehr appetitlich.



Schmeckt's? Ist trotzdem ziemlich lecker. Scharf, aber nicht zu scharf. Die Polenta verbindet sich geschmacklich gut mit dem Chili und der Wein gibt eine interessante Note. Schmeckt auch als Füllung für Wraps.
Würde ich es wieder machen? Ja, aber dann ersetze ich den Pfeffer durch Paprikapulver, da ich glaube, dass es dann noch einen Tacken besser schmeckt.