Ich liebe Wurzelgemüse. Und was passt besser zum grimmigen Winter, als sich den Bauch mit warmen Knollen zu füllen? Viele Fans haben Rote Bete, Sellerie und Rübe meiner Erfahrung nach nicht, aber probiert haben sollte man die leckeren Wurzel auf jeden Fall einmal. Nicht nur können sie sehr aromatisch und bekömmlich zubereitet werden, sondern sind auch noch randvoll mit Nährstoffen wie den B-Vitaminen, Folsäure, Kalium, Kalzium, Natrium, Eisen und Vitamin C. Und wirklich viel Arbeit macht das Schälen und Schnippeln auch nicht. Daher hier für euch folgendes Rezept aus Vegan kochen.
WURZELGEMÜSE MIT SOßEN-DREIERLEI
Zeit: 20 Minuten Zubereitung & 25 Minuten Backzeit (eher 40 Minuten Backzeit einplanen)
Zutaten für 6 Portionen (beachtet, dass es eine Vorspeise ist... zu den Portionsgrößen sage ich weiter unten noch mal was):
Gemüse:
2 Pastinaken
2 Kartoffeln
2 Rote Bete
1 Süßkartoffel (kann man auch variieren, ich hatte z. B. 3 Pastinaken und nur 1 Rote Bete, weil mein Supermarkt es halt so wollte)
1 Knoblauchknolle (ja, Knolle, ihr lest richtig, ein ganze Knolle)
3 EL Öl (z. B. Rapsöl)
Salz, Pfeffer
Grundsoße, die eigentlich eine vegane Mayonnaise ist:
Das Buch erwähnt nicht, welche Sojamilch verwendet werden sollte. Aus anderer Quelle, der ich gar nicht genug danken kann, weiß ich, dass man möglichst reine Sojamilch nehmen sollte, denn es klappt wohl nicht mit jeder. Ich habe die ganz normale, blaue Alpro-Sojamilch ohne light, ohne Zucker, ohne Calcium und ohne Zusatzgeschmack genommen.
375 ml Sojamilch (250 ml reicht aus, da es sonst zu viel Dipp wird)
750 ml Öl (z. B. Rapsöl... das ist auch viel zu viel, die Hälfte reicht locker, denkt an die Kalorien)
Saft von 1 Zitrone
Knoblauchmayonnaise:
1/3 Grundsoße
2 Knoblauchzehen (oh ja, Knoblauchorgie voraus!)
Salz
Paprikamayonnaise:
1/3 Grundsoße (man kann die Knoblauchmayo auch mit 2/3 der Grundsoße machen und dann die Hälfte davon für die Paprikamayo abzweigen)
1 Knoblauchzehe (nach Bedarf)
1 EL geräuchertes Paprikapulver (gerne auch mehr)
Salz
Kaperndressing:
1/3 Grundsoße
1 Knoblauchzehe
1/2 EL Senf (gerne mehr)
4 Kapern, fein gehackt (viel zu wenig, ich habe das Doppelte genommen und es war auch noch zu wenig, also lasst eurem Drang nach Kapern ruhig freien Lauf; Kapern sind klasse!)
Salz
Zubereitung:
Für das Gemüse:
- Das Wurzelgemüse putzen, schälen und in mundgerechte Stücke würfeln. Wer sich mit Pastinaken nicht auskennt: wie Möhren behandeln und mit dem Messer putzen. Süßkartoffeln und Rote Bete einfach wie Kartoffeln behandeln: die Schale dünn abschälen. Vorsicht bei der Roten Bete, die färbt wie Hulle. Also nicht auf dem am schlechtesten zu reinigenden Brett schneiden und auch nicht die beste weiße Bluse dabei anhaben.
- Alles in eine Auflaufform geben. Backofen auf 180 °C (Umluft) vorheizen.
- Den Knoblauch in zwei Hälften oder vier Viertel schneiden und dazugeben. Nicht kleiner, denn er soll ja nicht zermatschen beim Kochen und sichtbar bleiben. Unwissentlich auf eine halbe Knoblauchzehe zu beißen, ist nicht der Bringer.
- Das Öl und die Gewürze über das Gemüse geben und alles mit einem Löffel gut vermischen, sodass das gesamte Gemüse was davon abbekommt.
- Die Auflaufform mit Alufolie abdecken und das ganze am besten nicht auf das Ofengitter, sondern ein Blech stellen, denn es kann sich Feuchtigkeit unter das Folie sammeln, die sonst auf den Ofenboden tropfen kann. So tropft sie auf's Blech und euer Ofen saut nicht ein.
- Laut Buch 25 Minuten backen lassen. Das ist definitiv zu kurz. Bei mir war das Gemüse da noch sehr hart (siehe Fotos weiter unten). Vielleicht waren meine Würfel auch zu groß. In dem Fall ruhig noch 15 Minuten dranhängen, bis das Gemüse bissfest ist.
Für das Soßen-Dreierlei (a. k. a.: Das Mayo-Drama):
- In der Zwischenzeit die Soßen zubereiten. Die Grundsoße ist eine vegane Mayonnaise. Meine erste vegane Mayonnaise. Das Rezept im Buch meint nur, dass man 125 ml Sojamilch und 250 ml Öl mit etwas Salz vermixen solle und fertig (das Buch sagt auch nicht, ob nun mit Standmixer, Handmixer oder Pürierstab... unglaublich schlampige Anweisung... für Interessierte: die richtige Lösung ist der Pürierstab). Das hat bei mir nicht funktioniert. Absolut flüssig.
- Um es zu retten, habe ich den Saft einer halben Zitrone zugegeben und noch einmal mit dem Pürierstab gemixt. Es wurde einigermaßen cremig.
- Diese Grundlage habe ich für das Kaperndressing genommen, weil das ja als Dressing etwas flüssiger sein sollte als eine Mayo. Für das Kaperndressing alle genannten Zutaten in die Grundsoße einrühren und abschmecken.
- Für die Mayo also ein neuer Versuch. 125 ml Sojamilch, dazu den Saft einer Zitrone geben, dann 150 ml Öl. Nicht verrühren, nur zueinandergießen! Pürierstab an. Bombenfest. Das hätte ich mit diesem Rezept hier niemals hinbekommen. Der ganze Dank gebührt dieser Seite, die mir riet, erst die Zitrone zur Sojamilch zu geben. Dort findet ihr auch eine Liste mit Sojamilch, mit der es klappt.
- Die Mayo teilen und aus einer Hälfte die Knoblauchmayo und aus der anderen die Paprikamayo durch Einrühren der oben erwähnten Zutaten erstellen. Abschmecken.
- Das Gemüse aus dem Ofen nehmen, auf einer Platte anrichten und die Soßen in kleine Dipp-Schalen (oder Tassen oder saubere Teelichthalter oder oder oder) füllen. Die Soßen mit dem Gemüse dippen.
Wie zufrieden bin ich mit der Umsetzbarkeit des Rezepts? Der Gemüseteil ist einfaches Ofengemüse. Leckere Zusammenstellung, einfache Zubereitung. Aber in der Arbeitsanweisung zur Mayo einfach gar keine Hinweise oder Hilfestellungen anzubieten, das ist ein starkes Stück. Muss ich nun alles zusammenschütten oder langsam beitropfen? Welcher Mixer? Wie lange? Welche Stufe? Hallo? Das geht so einfach nicht. Schön, wenn jemand diese Mayo mit diesen Anweisungen hinbekommen hat, aber ich finde so etwas frustrierend und ärgerlich. Userfriendly sieht anders aus. Ihr merkt, dass ich sauer bin. Und ja, ich bin sehr sauer, weil ich es unverschämt finde, dass ein Kochbuchautor seine Leser so allein lässt. Die Portionsgröße ist auch so ein Thema. Wie ihr seht habe ich für alle Dipps zusammen 250 ml Sojamilch und 400 ml Öl benutzt. Knapp die Hälfte der Menge im Buch. Das reicht auch absolut aus. Die Dipps sind locker genug für 6 Personen. Für die angedachte Menge an Dipp wäre das Gemüse definitiv zu wenig. Als Hauptspeise würden drei Personen von diesem Gericht satt werden. Als Vorspeise reicht's auch für sechs Personen. Aber die Dipp-Menge reicht in beiden Fällen mit der Hälfte der im Buch angegeben Zutaten dicke aus.
Wie sieht's aus? Ofengemüse und Dips eben. Sieht köstlich aus und nehmt euch die Zeit und riecht einmal ausgiebig an allem. Sehr aromatisch.
| Hier seht ihr die Dipps (von links nach rechts: Kaperndressing, Paprikamayo und Knoblauchmayo) und ein Drittel des Ofengemüses. |
| So sieht das Gemüse nach 25 Minuten Garzeit (wie im Rezept angegeben) aus. Nach dem Fotoshooting wanderte es zurück in die Form und noch mal 15 Minuten in den Ofen. |
| Knoblauchmayonnaise. |
| Paprikamayonnaise. Sieht im Original noch etwas roter aus, aber das Licht war wie immer mies. |
Schmeckt's? Bitte nicht essen, wenn ihr danach noch mal weg müsst. Knoblauchfahne par excellence. Das ist total toll und lecker, aber ob eure Kollegen, Mitschüler oder Zahnärzte das auch so sehen? Trotzdem wahnsinnig köstlich mit den süßlichen Aromen des Wurzelgemüses und der säuerlichen Frische der Dipps. Mir hat das Kaperndressing am besten geschmeckt. Die Paprikamayo war hingegen nicht ganz mein Fall, aber trotzdem ziemlich lecker. Beim Gemüse war die Rote Bete das leckerste. Jedes Gemüse hat auch gut zu jedem Dipp gepasst.
Würdest du es wieder machen? Ja, aber nicht mit diesem Rezept. Ofen-Gemüse bekommt man, wenn man es einmal gemacht hat, auch ohne Rezept hin. Die Dipps sind sehr lecker, aber dem Rezept habe ich ihr Gelingen ja nicht zu verdanken. Aber das Kaperndressing werde ich auf jeden Fall wieder machen. Und auch so gibt's die Mayo auch mal wieder, aber eben ohne dieses Rezept. Da werde ich eher wieder die Laubfresser-Seite bemühen. Die Dipps passen übrigens auch gut zu Crackern, Pommes oder Kartoffelspalten und kommen sicher auch auf Parties gut an.