Mittwoch, 22. Januar 2014

Meine Kochbücher: Vegan kochen & Vegan backen (Rodríguez)

Meine Mama hat neue Bücher gekauft und die will ich euch natürlich nicht vorenthalten. Es sind "Vegan kochen" und "Vegan backen" von Toni Rodríguez. Der mir bis dato unbekannte Autor ist anscheinend nicht nur Koch, sondern auch Konditor mit eigener Pâtisserie. Die Kreationen gibt's allerdings nur in Barcelona direkt zu kaufen, aber man kann sich die leckeren Törtchen und Kuchen auch nach Deutschland bestellen. Oder man holt sich Bücher und probiert sich am heimischen Herd.

Aber da das Leben nicht nur aus zuckersüßen Leckereien besteht, erst mal die gesunden Sachen:

Vegan kochen
- Originelle und gesunde Rezepte für ein neues Lebensgefühl -
von Toni Rodríguez

Leckere Spargelspeise auf dem Cover

Und das erwartet einen.

Wie man schon sieht, muss man sich erst durch 50 Seiten Vorgeplänkel blättern, bevor man zu den Rezepten kommt. Aber im Bereich der veganen Kochbücher ist das ja keine Seltenheit. 
In "Die vegane Versuchung" bringt uns der Autor seine Lebens- und Küchenphilosophie näher und macht ein wenig Werbung für seine Pâtisserie. Dann folgt in "Wer isst was?" eine kurze Einführung in die verschiedenen Ernährungsformen, die zur Zeit in aller Munde sind, z. B. Veganer, Rohköstler und Makrobiotiker. Zusätzlich gibt's eine Liste mit berühmten Veganern und Vegetarieren. 
"Gute Gründe für ein veganes Leben" ist das obligatorische Infokapitel über die ethischen, gesundheitlichen und ökologischen Gründe, keine Tierprodukte mehr zu essen. Sehr gut finde ich einen Abschnitt, in dem die Gräueltaten, die die Tierproduktindustrie den Tieren antut, kurz beschrieben sind. Solche wichtigen Infos abzudrucken traut sich leider nicht jeder Kochbuchautor, denn das könnte ja Kunden verschrecken. Also Hut ab, Herr Rodríguez. 
In "Wie fange ich an?" gibt der Autor ein paar Tipps für Neuveganer und Interessierte, die die Umstellung erleichtern sollen. Er rät, sich umfassend im Internet zu informieren, da es dort fast alles aktuell zu finden gibt, z. B. Einkaufsmöglichkeiten für Veganer oder Restaurants. Auch versucht er Ängste zu nehmen, indem es auf typische Ernährungsängste eingeht (Nehme ich genug Proteine auf?). Dann präsentiert er die vegane Ernährungspyramide, die bei der Nahrungszusammenstellung helfen kann. 
Mein Lieblingskapitel ist mit Abstand "Die Zutaten". Etliche Seiten voll mit Warenkunde zu sämtlichem gängigen Gemüse, Salat, Obst, sowie Nüsse, Hülsenfrüchten, Trockenfrüchten, Gewürzen, Kräutern, Keimlingen, Sprossen, Getreide, Würzmitteln und Soßen. Also alles. Und zu jedem Item ein eigenes Foto, wie's denn ausschaut. Dazu die enthaltenen Nährstoffe, Lagerhinweise und Zubereitungstipps. Ich liebe so etwas, da ich mich gerne über die Inhaltsstoffe der Lebensmittel informiere, die ich zu mir nehme. Wieviel Eisen führe ich meinem Körper mit dieser Portion Haferschleim zu? usw. Dann gibt es noch eine kurze Erläuterung zu Inhaltsstoffen tierischen Ursprungs (die berühmten E-Nummern). 
Die nächsten zwei Kapitel beschäftigen sich mit der "Küchenausstattung" und einigen grundlegenden "Zubereitungstechniken" - nicht so spannend. In "Weg mit den Mythen!" wird noch einmal mit üblichen Vorurteile gegenüber der veganen Ernährung aufgeräumt, z. B. Abwechslungsarmut, Blutarmut, Proteinarmut, kennt man ja. 
Und dann geht's endlich los mit den beiden Rezept-Kapiteln "Vorspeisen" und "Hauptgerichte". Bei den Vorspeisen geht es vielfältig zu mit Dips (Hummus), Pasteten, Suppen in allen Farben und Geschmacksrichtungen, Salate (Russischer Salat, hmmjamm) und Fingerfood. Ähnlich sieht es bei den Hauptgerichten aus. Dort fiel mir aber eine leichte Seitan-Lastigkeit auf. Aber ich achte das vielleicht auch mehr drauf, da ich Seitan nicht so gut vertrage. Die Zutatenlisten sind übersichtlich und einfach gehalten. Sehr aufwändige Rezepte wie z. B. Bohnen-Burritos mit Reis, Avocadocreme und mexikanischem Salat haben dann natürlich längere Zutatenlisten, aber auch diese sind voller bodenständiger Lebensmittel. Die Zubereitungsanleitungen sind knapp und verständlich formuliert. Zu jedem Rezept gibt es einen Schwierigkeitsgrad, obwohl nur eine Handvoll der Hauptgerichte als schwierig gekennzeichnet waren und alle anderen Rezepte dem Autor nach einfach zuzubereiten sein sollen. Dann gibt es eine Angabe der Portionsgröße (meistens 6 Personen), der Zubereitungsdauer und ein paar wissenswerte Infos zu manchen Zutaten, z. B. dass es mehrere Tofuarten gibt. Beilagen empfiehlt der Autor auch, aber leider immer im letzten Schritt der Zubereitungsanleitung, sodass man sich vorm Einkaufen nicht nur die Zutatenliste durchlesen sollte ;)

Momentan steht das Kochbuch für mich bei der Schulnote 1 minus, da die Gerichte nicht geordnet sind und die Beilagen nicht separat aufgeführt werden. Aber das ist Jammern auf hohem Niveau, denn das Kochbuch macht ansonsten einen sehr ordentlichen Eindruck. Da es nur zwei Rezeptkapitel gibt, werde ich dieses Mal zwei Rezepte pro Kapitel testen:

Vorspeisen 1: Brokkoli-Mandel-Creme
Hauptgerichte 1: Rohkost-Lasagne
Hauptgerichte 2: Mit Quinoa gefüllte Paprika

Und weiter geht's mit der süßen Seite des Lebens:

Vegan backen
- Süße Köstlichkeiten bewusst genießen -
von Toni Rodríguez

Cupcakes, Cupcakes, mjamm, mjamm, mjamm...

Wichtige Infos zuerst.

Gleich zu Beginn wird darauf verwiesen, dass die Backzeit je nach Größe der Kreationen immer 20 bis 35 Minuten beträgt. Folgerichtig gibt es in den Rezepten keine Backzeitangabe... hmmm... da bin ich ja mal gespannt, ob ich dann in der Küche in Panik ausbreche oder ob ich mich daran erinnere, dass auf Seite 5 ja ein kleiner Hinweis steht.
In "Wie alles begonnen hat" schildert der Autor seinen Weg zum Pâtisseur und in "Die vegane Konditorei" geht's natürlich um die eigenen Pâtisserie. Und überall diese Bilder von den leckersten Cupcakes, die ihr euch vorstellen könnt. Mir läuft das Wasser im Mund zusammen :d Dann folgen zwei sehr kurze Kapitel über "Basis-Zutaten" wie Sahne, Vanille, Zucker usw. und "Was Sie benötigen", z. B. ein Nudelholz oder verschiedene Backformen. Sehr einfach, sehr knapp, sehr allgemein.
Und es geht los mit den "Rezepten". Ein riesiges Kapitel ohne Unterteilungen. Die Rezepte sind jedoch nicht kreuz und quer durcheinander, sondern Cupcakes, Muffins, Mini-Cakes, Torten, Kuchen und sonstige Süßspeisen stehen brav beieinander. Gut, gut. Man merkt den Rezepten den Pâtisserie-Hintergrund an, die Fotos sehen sehr schick aus, aber ich fühle mich zuweilen etwas eingeschüchtert, denn ich bin Grobmotoriker mit kurzem Geduldsfaden und weiß jetzt schon, dass manche Rezepte und ich vermutlich keine Freunde werden. Die Rezepte wirken zum Großteil sehr aufwändig und sind eher etwas für besondere Anlässe. Dennoch sind die Zutatenlisten nicht überkandidelt, sondern wirken einfach und bodenständig. Die Zubereitungshinweise nehmen einen zu einem gewissen Grad an die Hand, was aber gerade für verunsicherte Leute wie mich nur gut sein kann. Zu jedem Rezept gibt es eine Angabe der Portionsgröße, aber keine Schätzung der Zubereitungsdauer. Manchmal gibt's auch Tipps zur Zubereitung und Infos zu manchen Lebensmitteln, z. B. was Pektin ist.

Bis jetzt bekommt das Backbuch von mir die Schulnote 2, weil ich gerade die Cupcake-Rezept als sehr schwierig einordne, sollte man kein geübter Süßwarendekorateur sein. Schwierigkeitsgrade wären vielleicht nicht schlecht gewesen. Die fehlende Unterteilung der Rezepte stört mich etwas, aber im Buch wäre es auch nicht anders gegangen, da manche Sorten nur 1 bis 2 Rezepte umfassen, z. B. nur 2 Muffinrezepte, 2 Cookie-Rezepte, 2 Torten-Rezepte. Dafür lohnen sich eigene Rezepte nicht wirklich. Das Übergewicht an Cupcake-Rezepten (46 an der Zahl...) fällt sehr auf, aber die Pâtisserie des Autors ist anscheinend auf Cupcakes spezialisiert, also kein Wunder. Versteht mich nicht falsch. Ich liebe Cupcakes. Aber ich sage ja nur, dass das Ungleichgewicht zwischen den Cupcakes und allen anderen Sorten sehr auffällt.
Naja, das mit der von mir vermuteten Schwierigkeit bei den Rezepten kann sich ja auch relativieren, sobald ich sie mal ausprobiert habe. Am Ende hab ich mich umsonst gesorgt :) Folgende Rezepte habe ich mir mal zusammengesucht:

Cupcakes mit Walnüssen und Kokos
Brownies
Cookies mit Schokolade
Kuchen mit Heidelbeeren und Zitronen
Torte mit Schokolade und Kaffee
Flap Jacks mit Vanille-Glasur
Shake mit Avocado und Kakao

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